Phorms Campus Berlin Süd – Sonnenbrand und ein Ravioli-Song

Schülerinnen und Schüler stellen sich in Thüringen dem Projekt „Herausforderung & Verantwortung“
Autor: Luise Maron | Foto: Privat | 2017/2

„Wir haben uns in den drei Tagen besser kennengelernt als in den Jahren zuvor“, sagt die 16-jährige Nicola. Sie und andere Schüler der 10. Klasse am Phorms Campus Berlin Süd paddelten im Mai für drei Tage die Saale von Rudolstadt nach Jena hinauf. Der Ausflug ist Teil des Projekts „Herausforderung und Verantwortung“, das bereits seit 2015 am Phorms Campus in Berlin Steglitz-Zehlendorf besteht und bewusst in die Jahrgangsstufe 10 integriert wurde. Das Projekt soll einerseits den Abschluss der Sekundarstufe I reflektieren und andererseits die Schüler für die neuen Herausforderungen und Verantwortungen in der gymnasialen Oberstufe sensi­bilisieren. Bei der Fahrt nach Thüringen zelebrierten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ihre mittlere Reifeprüfung (MSA), sondern übernahmen die gesamte Organisation und planten von den Aktivitäten, der Verpflegung bis hin zur An- und Abreise alles selbstständig. Dazu gehörte auch eine von den Schülern selbst initiierte smartphonefreie Zone für den gesamten Zeitraum des Ausfluges. Sean Jackson, Phorms-Gymnasiallehrer für das Fach English Literature, begleitete die Schüler: „Es war definitiv eine andere Erfahrung für mich, weil ich in keinem Entscheidungsprozess involviert war. Die Schüler haben wirklich einen tollen Job gemacht, aber das habe ich auch nicht anders erwartet.“

Eine besondere Herausforderung sei neben vereinzelten Sonnenbränden vor allem das wiederholte Schleppen der schweren Boote mit Gepäck um die Wehre gewesen, bei dem Teamwork und Motivation gefragt waren. Anna, 16 Jahre, sagt: „Ebenso herausfordernd war das gemeinsame Übernachten in einem Großzelt, aber wir sind ja eine Gemeinschaft.“ Wenn Erschwernisse die Stimmung der Schüler minderten, half das gemeinsame Singen über die verspeisten Dosen-Ravioli die Gemütslage wieder anzuheben. Wurden die Essensvorräte knapp, der Campingplatz vor Einbruch der Dunkelheit nicht rechtzeitig erreicht oder die Busrückfahrt durch Verspätungen und Ausfälle erschwert, haben die Schüler die Lage besprochen und Entscheidungen eigenständig in die Hand genommen. Verantwortung sei vor allem für den 16-jährigen Felix zu spüren gewesen, als dieser das gesamte Geld der Gruppe am Busschalter investierte: „Ich habe definitiv ein neues Verständnis dafür, was es bedeutet, Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen zu tragen.“ Die Schüler haben in den drei Tagen gut zusammengearbeitet und sind an ihren Aufgaben gewachsen, wie auch Sean Jackson bestätigt: „Es lief fast alles von selbst.“

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