Gymnasiallehrer am Phorms Campus Hamburg: Scherzen auf Japanisch

Trevor Ferdy kommt aus Großbritannien und ist Gymnasiallehrer auf dem Phorms Campus Hamburg
Collage: Martin O'Neill | 2017/1

Was hast du gemacht, bevor du zu Phorms kamst?

Ich habe in England Musik studiert und während des Studiums ein Jahr in Colorado, USA verbracht. Danach bin ich nach Aus­tralien geflogen und spielte dort für ein halbes Jahr als Barpianist in Hotels in Sydney. Aber ich wollte schon immer Lehrer werden und entschloss mich, zurück nach England zu ziehen, um dort ein Lehramtsstudium zu absolvieren (Postgraduate certificate in Education, PGCE). Im Anschluss daran arbeitete ich fünf Jahre lang als Englischlehrer in Tokio. Neben der Arbeit habe ich angefangen, mit einem guten Freund eine englische Comedy Show zu organisieren, die mittlerweile dort sogar recht bekannt ist. Danach habe ich für zwei Jahre einen Job in einer Londoner Privatschule aufgenommen, die auf Dyslexie und Autismus spezialisiert ist. Schließlich war ich noch ein Jahr lang Musik- und Theaterlehrer in einer Grundschule und einem Gymnasium auf der malaysischen Insel Penang und zog schließlich wieder nach London, wo ich an einer Grammar School tätig war. Im August 2015 kam ich nach Hamburg zu Phorms. Dort unterrichte ich Musik und Theater in den Klassen 1 und 2 und Musik in den Klassen 5 bis 10.

Wie kam es dazu, dass du Lehrer wurdest?

Ich wollte Lehrer werden, weil mich - wie viele, die heute auch Lehrer werden - tolle Pädagogen im Unterricht begleitet haben. Ich denke, dass Lehrer eine große Rolle bei der Persönlichkeitsbildung der Kinder spielen oder  zumindest einen großen Einfluss haben können. Ich erinnere mich an meine Grundschulleiterin. Sie liebte Musik und Theater und förderte uns extrem in diesen Bereichen. Mein Freund Daniel und ich haben dann angefangen, eine Comedy Show zu organisieren, um für eine Charity-Veranstaltung Geld zu sammeln. Das war ein voller Erfolg und wir haben eine Vorführung vor der ganzen Schule gehalten. Da waren wir erst acht Jahre alt.

Wie lebst du Interkulturalität auf eurem Campus in Hamburg?

Indem ich zum Beispiel manchmal gerne einen japanischen Witz mit den japanischsprachigen Schülern mache – natürlich auch, um ein bisschen anzugeben (lacht). Jede Woche erfahre ich neue Dinge und kulturelle Hintergründe bei meinen Schülern und finde es sehr beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit sie mehrere Sprachen sprechen können. Auch lernen wir unter uns Lehrern viel voneinander und haben begonnen, gegenseitig unseren Unterricht zu hospitieren.

Gibt es bestimmte pädagogische Konzepte, die du im Unterrichtsalltag anwendest?

Ich finde es wichtig, dass man das Lernen reflektiert. „Learning about learning“ würde man dazu sagen. Beispielsweise kann man eine Aufgabe zu einem Unterrichtsthema in mehrere kleine Übungen aufteilen. In England sagt man dazu „must - should - could“: Du musst, du solltest und du kannst verschiedene Übungen einer Unterrichtseinheit lösen. Die Schüler schätzen dann ein, wie weit sie selbst gehen möchten und reflektieren ihren Lernprozess. Auch kann man so auf die individuellen Stärken oder Schwächen des Einzelnen besser eingehen. Ich sage meinen Schülern auch immer wieder, dass kein Lehrer sie verurteilt, wenn sie etwas nicht verstehen. Fehler gehören zum Prozess des Lernens dazu.

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